Fachanwaltsordnung (FAO)

Sehr wichtig für angehende bzw. anerkannte Fachanwälte:

zum Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse

§ 4 Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse
(2) Wird der Antrag auf Verleihung der Fachanwaltschaft nicht in dem Kalenderjahr gestellt, in dem der Lehrgang begonnen hat, ist ab diesem Jahr Fortbildung in Art und Umfang von § 15 FAO nachzuweisen. Lehrgangszeiten sind anzurechnen.

zum Erwerb der besonderen praktischen Erfahrungen

§ 5 Erwerb der besonderen praktischen Erfahrungen
(1) Der Erwerb besonderer praktischer Erfahrungen setzt voraus, dass der Antragsteller innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung im Fachgebiet als Rechtsanwalt persönlich und weisungsfrei bearbeitet hat:
.......

(2) Als Fälle im Sinne von Abs. 1 gelten auch solche, die der Rechtsanwalt als Anwaltsnotar bearbeitet hat, sofern sie auch von einem Rechtsanwalt, der nicht Notar ist, hätten bearbeitet werden können.
(3) Der Zeitraum des § 5 Abs. 1 verlängert sich
a) um Zeiten eines Beschäftigungsverbotes nach den Mutterschutzvorschriften;
b) um Zeiten der Inanspruchnahme von Elternzeit;
c) um Zeiten, in denen der Antragsteller wegen besonderer Härte in seiner anwaltlichen Tätigkeit eingeschränkt war. Härtefälle sind auf Antrag und bei entsprechendem Nachweis zu berücksichtigen. Eine Verlängerung ist auf 36 Monate beschränkt.
(4) Bedeutung, Umfang und Schwierigkeit einzelner Fälle können zu einer höheren oder niedrigeren Gewichtung führen.

zur Fortbildungsverpflichtung

§ 15 Fortbildung
(1) Wer eine Fachanwaltsbezeichnung führt, muss kalenderjährlich auf diesem Gebiet wissenschaftlich publizieren oder an fachspezifischen der Aus- oder Fortbildung dienenden Veranstaltungen hörend oder dozierend teilnehmen. Die hörende Teilnahme setzt eine anwaltsorientierte oder interdisziplinäre Veranstaltung voraus.

(2) Bei Fortbildungsveranstaltungen, die nicht in Präsenzform durchgeführt werden, müssen die Möglichkeiten der Interaktion des Referenten mit den Teilnehmern sowie der Teilnehmer untereinander während der Dauer der Fortbildungsveranstaltung sichergestellt sein und der Nachweis der durchgängigen Teilnahme erbracht werden.

(3) Die Gesamtdauer der Fortbildung darf je Fachgebiet 15 Zeitstunden nicht unterschreiten.

 (4) Bis zu fünf Zeitstunden können im Wege des Selbststudiums absolviert werden, sofern eine Lernerfolgskontrolle erfolgt.

(5) Die Erfüllung derFortbildungspflicht ist der Rechtsanwaltskammer durch Bescheinigungen oder andere geeignete Unterlagen unaufgefordert nachzuweisen. Fortbildung im Sinne des Absatzes 4 ist durch Bescheinigungen und Lernerfolgskontrollen nachzuweisen.

 


Die Fachanwaltsordnung in der Fassung vom 1.3.2016

Die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in der Bundesrepublik Deutschland sowie die weiteren Mitglieder der Rechtsanwaltskammern geben sich durch die Versammlung ihrer frei gewählten Vertreterinnen und Vertreter folgende Fachanwaltsordnung, in der der Begriff Rechtsanwalt neutral als Berufsbezeichnung verwendet ist:

Fachanwaltsordnung in der Fassung vom 1.3.2016
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Inhaltsübersicht

Erster Teil - Fachanwaltschaft

Erster Abschnitt: Fachgebiete

§ 1 Zugelassene Fachanwaltsbezeichnungen

Zweiter Abschnitt: Voraussetzungen für die Verleihung

§ 2 Anforderungen an Kenntnisse und Erfahrungen / Besondere Kenntnisse und Erfahrungen
§ 3 Anforderungen an die anwaltliche Tätigkeit
§ 4 Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse
§ 4a Schriftliche Leistungskontrollen

§ 5 Erwerb der besonderen praktischen Erfahrungen
§ 6 Nachweise durch Unterlagen
§ 7 Fachgespräch
§ 8 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Verwaltungsrecht
§ 9 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Steuerrecht
§ 10 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Arbeitsrecht
§ 11 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Sozialrecht
§ 12 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Familienrecht

§ 13 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Strafrecht
§ 14 Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Insolvenzrecht
§ 14a Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Versicherungsrecht
§ 14b Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Medizinrecht
§ 14c Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Miet- und Wohnungseigentumsrecht
§ 14d Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Verkehrsrecht
§ 14e Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Bau- und Architektenrecht
§ 14f Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Erbrecht
§ 14g Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Transport- und Speditionsrecht
§ 14h Nachzuweisende besondere Kenntnisse im gewerblichen Rechtsschutz
§ 14i Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Handels- und Gesellschaftsrecht
§ 14j Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Urheber- und Medienrecht
§ 14k Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Informationstechnologierecht
§ 14l Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Bank- und Kapitalmarktrecht
§ 14m Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Agrarrecht
§ 14n Nachzuweisende besondere Kenntnisse im internationalen Wirtschaftsrecht
§ 14o Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Vergaberecht
§ 14p Nachzuweisende besondere Kenntnisse im Migrationsrecht
§ 15 Fortbildung

§ 16 Übergangsregelung

Zweiter Teil - Verfahrensordnung

§ 17 Zusammensetzung der Ausschüsse
§ 18 Gemeinsame Ausschüsse
§ 19 Bestellung der Ausschussmitglieder
§ 20 Vorzeitiges Ausscheiden aus dem Ausschuss
§ 21 Entschädigung
§ 22 Antragstellung
§ 23 Mitwirkungsverbote
§ 24 Weiteres Verfahren
§ 25 Rücknahme und Widerruf

Dritter Teil - Schlussbestimmungen

§ 26 In-Kraft-Treten und Ausfertigung