Oftmals schwindet während der Hauptverhandlung die Hoffnung, dass die Verteidigungsziele erreicht werden könnten. Dann steht die Verteidigung vor der Aufgabe, entweder das Ziel anzupassen (zB von Freispruch- zur Zumessungsverteidigung) oder am bisherigen Ziel festzuhalten und weiter dafür zu kämpfen. Oftmals hat man zu diesem Zeitpunkt sein Pulver bereits verschossen. Die zu Beginn auf der Hand liegende Argumentation ist eingeführt, die Beweisanträge sind gestellt, abgearbeitet oder abgelehnt, die Fragen an Zeugen und Sachverständige sind gestellt und beantwortet und dennoch deutet alles auf eine unerwünschte Verurteilung hin. Wie geht man in solchen Situationen vor? Gibt es Verteidigungskonzepte in höchster Not? Was kann man mit dem Plädoyer erreichen?
Der Vortrag gibt Hinweise zu Verteidigungsmöglichkeiten und stellt anhand praktischer Beispiele besondere Formen von Beweisanträgen vor, die insbesondere in solchen Situationen angebracht werden können.