Fortbildungsseminar "Familienrecht Aktuell" in Berlin am 30. November 2018

Freitag, den 30. November 2018, von 8.30 Uhr bis 19.45 Uhr
10 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Familienrecht an einem Tag!
10, 7,5 oder 5 Stunden Fortbildung buchbar!

 

Seminar-Kennziffer: 22018117

Tagungsort:

Hollywood Media Hotel
Kurfürstendamm 202
10719 Berlin
Fon: +49 (0)30 889 10-0
http://www.filmhotel.de/
Ecke Kurfürstendamm / Knesebeckstrasse, 500m von der S-Bahnhof "Savignyplatz"
mehr Infos zum Tagungsort: Anfahrt/Parkhinweis/Hotelhinweise

Teil 1: 08.30 bis 13.45 Uhr - 5 Zeitstunden

5 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Familienrecht

Thema: Aktuelle BGH-Rechtsprechung im Familienrecht

Referent(en): Roger Schilling, Richter am Bundesgerichtshof (XII. Zivilsenat), Karlsruhe

 

U.a. zu der für die Praxis sehr bedeutenden Entscheidung zum Unterhaltsrecht noch folgende Leitsätze - BGH Beschluss vom 15. November 2017 – XII ZB 503/16 – FamRZ 2018, 260:

  1. Der Anspruch auf Auskunft über das Einkommen des Unterhaltspflichtigen ist bereits gegeben, wenn die Auskunft für den Unterhaltsanspruch Bedeutung haben kann (im Anschluss an Senatsurteile vom 22. Juni 1994, XII ZR 100/93, FamRZ 1994, 1169 und vom 7. Juli 1982, IVb ZR 738/80, FamRZ 1982, 996).
  2. Es ist rechtsbeschwerderechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Tatsachengerichte im Sinne einer tatsächlichen Vermutung davon ausgehen, dass ein Familieneinkommen bis zur Höhe des Doppelten des höchsten in der Düsseldorfer Tabelle ausgewiesenen Einkommensbetrags vollständig für den Lebensbedarf der Familie verwendet worden ist. Der Unterhaltsbedarf kann in diesem Fall ohne Darlegung der konkreten Einkommensverwendung nach der Einkommensquote bemessen werden (teilweise Aufgabe von Senatsurteil vom 11. August 2010, XII ZR 102/09, FamRZ 2010, 1637).
  3. Soweit das Einkommen darüber hinausgeht, hat der Unterhaltsberechtigte, wenn er dennoch Unterhalt nach der Quotenmethode begehrt, die vollständige Verwendung des Einkommens für den Lebensbedarf darzulegen und im Bestreitensfall in vollem Umfang zu beweisen.
  4. Ein Auskunftsanspruch gegen den Unterhaltspflichtigen ist immer schon dann gegeben, wenn unabhängig von der tatsächlichen Vermutung der Einkommensverwendung eine Darlegung des Bedarfs nach der Quotenmethode in Betracht kommt. Aufgrund der Erklärung des Unterhaltspflichtigen, er sei "unbegrenzt leistungsfähig", entfällt der Auskunftsanspruch noch nicht (Fortführung von Senatsurteil vom 22. Juni 1994, XII ZR 100/93, FamRZ 1994, 1169).

Im Einzelnen:

A. Materielles Recht

I. Unterhaltsrecht

  1. Ehegattenunterhalt
    a) Bedarfsbemessung bei gehobenen Einkommensverhältnissen
    b) Auskunftsanspruch
  2. Elternunterhalt

    a) Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen
    aa) Familienselbstbehalt/individueller Familienbedarf beim verheirateten Unterhaltspflichtigen
    bb) Kein Familienselbstbehalt für nicht verheirateten Unterhaltspflichtigen
    cc) Abzüge vom Einkommen
    (1) Kindesunterhalt
    (2) Betreuungsunterhalt nach § 1615 l BGB
    (3) Zins und Tilgung bei selbstgenutzter Immobilie
    (4) Steuer

    b) (Frühere) Einschränkung des Anspruchsübergangs für Unterkunftskosten
  3. Kindesunterhalt
    a) Kein Mehrbedarf des Kindes wegen Betreuungskosten
    b) Familienrechtlicher Ausgleichsanspruch
    c) Volljährigenunterhalt – Ausbildungsunterhalt in Abitur-Lehre-Studium-Fällen
    aa) Abi – Banklehre – Lehramtsstudium
    bb) Abi – anästesietechnische Assistentin – Medizinstudium

II. Zugewinnausgleich

  1. Auskunftsanspruch bei rechtskräftiger Ehescheidung vor September 2009
    a) Zum Trennungszeitpunkt – § 1379 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB
    b) Zum Anfangsvermögen – § 1379 Abs. 1 Nr. 2 BGB
  2. Unternehmensbewertung
    a) Bewertung des Endvermögens
    b) Ertragswertmethode
    c) Modifizierte Ertragswertmethode
    d) Berücksichtigung anderer als der unternehmensleitenden Tätigkeiten
    e) Sekundäre Darlegungslast
    f) Bewertung zum Stichtag

III. Exkurs: Versorgungsausgleich – verfrühter Scheidungsantrag

  1. Bisheriger Meinungsstand
  2. Keine Verschiebung des Ehezeitendes
    a) §§ 1587 c, 1587 h BGB
    b) Neues Versorgungsausgleichsrecht
  3. Voraussetzungen nach § 27 VersAusglG

 

B. Verfahrensrecht

I. Zuständigkeit des Familiengerichts (großes Familiengericht)

  1. Inhaltlicher Zusammenhang
  2. Mietstreitigkeiten
  3. Zeitlicher Zusammenhang?

II. Unterhaltsvorschuss – vereinfachtes Verfahren

III. Zugewinnausgleich – Verzicht auf Zugewinnausgleichsansprüche

  1. Formbedürftiger Verzicht
  2. Formwahrung durch gerichtlich festgestellten Vergleich
  3. Analoge Anwendung des § 127 a BGB
  4. Keine Differenzierung danach, von wem der Vergleichsvorschlag stammt

IV. Rechtsmittel

  1. Bindung des Beschwerdegerichts an frühere Rechtsauffassung
  2. Lauf der Rechtsmittelfrist
  3. (Keine) Verlängerung der Rechtsmittelbegründungsfrist
  4. Wiedereinsetzung
  5. Beschwerdeverfahren ohne erneute Anhörung

V. Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe

  1. Wiedereinsetzung bei Versäumung der Begründungsfrist
  2. Erfolgsaussicht

Teil 2: 14.15 bis 19.45 Uhr - 5 Zeitstunden

5 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Familienrecht

Thema: Unterhalt, Güterrecht, Nebengüterrecht – finanziell bedeutsame Ansprüche erfolgreich durchsetzen einschließlich gebührenrechtlicher Aspekte

Referent(en): Rechtsanwalt Dr. Franz Roßmann, Fachanwalt für Familienrecht, Volkach

 

Die Fortbildungsveranstaltung ist fokussiert auf die wirtschaftlich bedeutsamen Ansprüche des Familienrechts. Das „Ineinandergreifen“ von materiellem und prozessualem Familienrecht wird anhand aktueller Problemfelder und neuester Rechtsprechung aufgezeigt; dabei steht die prozessuale Durchsetzung der Ansprüche (sowie auch gebührenrechtliche Aspekte) im Vordergrund.

Schwerpunktmäßig wird behandelt:

A. Unterhalt

  • Konkrete Unterhaltsberechnungen beim Ehegattenunterhalt
  • Vorsorgeunterhalt
  • einstweilige Anordnung
  • Unterhaltshauptsacheverfahren
  • Unterhaltsvergleiche
    - Geschäftsgrundlage
  • Beschwerde in Unterhaltssachen
    - Anträge
    - Anschlussbeschwerde

B. Güterrecht

Das Güterrecht bzw. der Zugewinnausgleichsanspruch ist nach wie vor aus der anwaltlichen Praxis nicht wegzudenken. Die weit überwiegende Mehrzahl der Ehen bewegt sich im gesetzlichen Güterstand. Aktuelle Fragestellungen sind, wie mit den Kosten des Verfahrens umzugehen ist, wenn Verzug mit der Auskunft außergerichtlich vorlag, in welcher Weise auf Manipulationen der Stichtage reagiert werden kann sowie anwaltlich auf eine Verschiebung von Vermögen zu reagieren ist.

  • Arrest
  • Auskunft
    - Verzug
    - Kosten
  • Manipulation von Stichtagen
  • Taktik: Verbundantrag oder isolierte Verfahrensführung

C. Nebengüterrecht

Das Nebengüterrecht erlangt zunehmend Bedeutung. Mittlerweile wird vereinzelt (scherzhaft) bereits behauptet, Eheleute würden nicht im Güterstand der Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung leben, sondern im Güterstand der Bruchteilsgemeinschaft. Letztlich ist eine Auseinandersetzung des Vermögens der Eheleute aber nicht mehr denkbar, ohne dass Rechtsinstitute wie Gesamtschuldnerausgleich, Gesamtgläubigerausgleich, Bruchteilsgemeinschaft usw. bemüht werden.

  • Gesamtschuldnerausgleich
  • Auseinandersetzung einer Ehegatteninnengesellschaft
  • Übertragung von Miteigentum (Immobilien), Teilungsversteigerung
  • Konten- und Wertpapieraufteilung
  • Zuständigkeit der Familiengerichte
  • Wideranträge

"Tagesaktuelle" Entscheidungen werden selbstverständlich von den Referenten aufgenommen!

Zur Anmeldung Fortbildung gem. § 15 FAO

Familienrecht Berlin Fr. 30. November 2018

Zeitplan:

vormittags - 5 Stunden Unterricht

08.30 bis 11.00 Uhr Unterricht
11.00 bis 11.15 Uhr Pause mit Kaffee/Tee, Snacks und Obst
11.15 bis 13.45 Uhr Unterricht
13.45 bis 14.15 Uhr Mittagessen/Mittagspause

nachmittags - 5 Stunden Unterricht

14.15 bis 15.45 Uhr Unterricht
15.45 bis 16.00 Uhr Pause mit Kaffee/Tee, Kuchen
16.00 bis 17.00 Uhr Unterricht
17.00 bis 17.10 Uhr "Cola"-Pause
17.10 bis 18.40 Uhr Unterricht
18.40 bis 18.45 Uhr "Zigaretten"-Pause
18.45 bis 19.45 Uhr Unterricht

insgesamt 10 Stunden Unterricht

Die Teilnahmegebühren im Inland:

enthalten umfangreiche, aktuelle und gedruckte Tagungsunterlagen, Mittagsimbiss** sowie Tagungs- und Pausengetränke.

Zeitdauer    Standard    Ermäßigung* Ihr Preisvorteil 
10-Std. € 329,-    € 279,-  € 50,-
7,5-Std.     € 279,-    € 229,-   € 50,-
5-Std.     € 219,-    € 169,-   € 50,-

Alle Teilnahmegebühren für Fortbildungsseminare zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.

* Ermäßigung:
für Referendare
für Assessoren
(Examen nicht länger als 3 Jahre zurückliegend)
für Junganwälte (Zulassung nicht länger als 3 Jahre zurückliegend)
für Mehrbucher: ab dem 2. Seminar im Kalendarjahr, personengebunden, nicht Kanzlei bezogen

** Der Mittagimbiss ist nur bei den 7,5h- oder 10h-Tagesseminaren enthalten!

Hinweis:
Sie können die Fortbildungsveranstaltungen schriftlich bis 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn kostenlos stornieren.
Nach diesem Zeitpunkt ist auch bei Nichtteilnahme der volle Seminarpreis zu zahlen. Natürlich können Sie ohne Mehrkosten einen Ersatzteilnehmer benennen.


Zu unseren Fortbildungsseminaren gem. § 15 FAO im Ausland:

Mallorca im Herbst 25./26./27. Oktober 2018 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

zum Rahmenprogramm Mallorca Okt. 2018

Mallorca im Frühjahr 21./22./23. März 2019 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht, Verwaltungsrecht

Gardasee im Herbst 3./4./5. Oktober 2019 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

Mallorca im Herbst 24. bis 26. Okt. 2019 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, DVEV Testamentsvollstrecker-Lehrgang, Familienrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht