Fortbildungsseminar "Arbeitsrecht Aktuell" in Köln am 29. November 2019

Freitag, den 29. November 2019, von 8.30 Uhr bis 19.45 Uhr
10 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Arbeitsrecht
zugleich 5 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Sozialrecht
10, 7,5 oder 5 Stunden Fortbildung buchbar!

Seminar-Kennziffer: 22019055

Tagungsort:

Park Inn by Radisson Köln City West
Innere Kanalstr. 15
50823 Köln
http://www.parkinn-hotel-koeln.de/meetings-de.html
An der Inneren Kanalstr., Nähe Melatenfriedhof / Aachener Str., S-Bahn Universitätsstr.

mehr Infos zum Tagungsort: Anfahrt/Parkhinweis/Hotelhinweise

 

Teil 1: 08.30 bis 13.45 Uhr - 5 Zeitstunden

5 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Arbeitsrecht oder im Sozialrecht

Thema: BEM, kranke Arbeitnehmer und "Low Performer" - wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer alles richtig machen!

Referentin: Rechtsanwältin Bettina Schmidt, Fachanwältin für Arbeits- und Sozialrecht, Bonn

 

In Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge und alternder Belegschaften stellt die Erkrankung von Arbeitnehmern für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine große Herausforderung dar. Ein BEM-Verfahren nach § 167 Abs. 2 SGB IX (BEM) kann nicht nur zur Verringerung der Arbeitsunfähigkeitszeiten beitragen und die mit dem krankheitsbedingten Ausfall verbundenen betrieblichen und finanziellen Belastungen des Arbeitgebers vermindern, auch Arbeitnehmer können über ein BEM-Verfahren nach einer Erkrankung früher wieder in das Arbeitsleben integriert werden. Hierfür können vom Arbeitgeber auch finanzielle Unterstützungsleistungen durch die Rehabilitationsträger und die Integrationsämter genutzt werden, die im Seminar dargestellt werden.

Das Seminar zeigt auf, in welchen Situationen des Arbeitslebens ein BEM-Verfahren sinnvoll oder sogar, z.B. vor Ausspruch einer krankheitsbedingten Kündigung, zur Vermeidung rechtlicher Nachteile für Arbeitgeber geboten ist. Neben der Behandlung aller rechtlich relevanten Fragestellungen im Bereich des BEM unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung gibt das Seminar auch einen Überblick über den Anspruch eines Arbeitnehmers auf Schadensersatz bei nicht leidensgerechter Beschäftigung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung eines BEM-Verfahrens in der betrieblichen Praxis anhand eines ausführlichen BEM-Ablaufplans mit konkreten Verfahrensschritten und Zuständigkeiten.

Inhalt:

I. Grundsätze einer krankheitsbedingten Kündigung

II. Betriebliches Eingliederungsmanagement - BEM (§ 167 Abs. 2 SGB IX)

  • Zweck und Inhalt des betrieblichen Eingliederungsmanagements
    - persönlicher und sachlicher Anwendungsbereich
    - Anforderungen der Rechtsprechung an ein ordnungsgemäßes BEM
    - Mindeststandards
    - neueste Rechtsprechung zum BEM bei Kurzerkrankungen und befristeter Erwerbsminderungsrente
    - Reaktionsmöglichkeiten bei häufigen Kurzerkrankungen
    - Probleme bei langfristig erkrankten Mitarbeitern
    - Reaktionsmöglichkeiten bei Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen, Medikamente)
    - Klärung des Restleistungsvermögens des Arbeitnehmers
    - Einschaltung des Betriebsarztes
    - mögliche Maßnahmen im BEM/Rehaleistungen
    - Präventionsmöglichkeiten zur Vermeidung weiterer AU-Zeiten
  • Information des betroffenen Mitarbeiters und Zustimmung
  • Beteiligung der betrieblichen Interessenvertretungen
    - Zwingende Mitbestimmung - § 87 BetrVG
    - Betriebsvereinbarung
  • Einbindung der Rehabilitationsträger und des Integrationsamtes
    - örtliche gemeinsame Servicestellen
    - Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
    - Förderungsmöglichkeiten durch Rehabilitationsträger und das Integrationsamt
  • Auswirkungen auf den Kündigungsschutz
    -Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
    - Darlegungs- und Beweislast
    - Kündigung nach Durchführung des BEM
  • Bedeutung für das Zustimmungsverfahren nach den §§ 168 ff. SGB IX bei Kündigung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers
  • BEM und Anspruch auf behinderungs- bzw. leidensgerechte Beschäftigung
    - Inhalt des Beschäftigungsanspruchs
    - Beschäftigung von Mitarbeitern unter geänderten Bedingungen
    - Klage und Klageantrag bei behinderungsgerechter Beschäftigung
    - Darlegungs- und Beweislast unter Berücksichtigung des BEM
    - Behinderungsgerechte Einrichtung und Gestaltung des Arbeitsplatzes
    - Schadensersatzanspruch bei nicht leidensgerechter Beschäftigung unter Berücksichtigung des BEM
  • Stufenweise Wiedereingliederung und BEM
  • Ablaufplan eines BEM

Die Teilnehmer erhalten eine aktuelle Arbeitsunterlage mit ausführlicher Darstellung der aktuellen Rechtsprechung, wichtigen Praxistipps, einem BEM-Ablaufplan und Mustertexten.

Teil 2: 14.15 bis 17.00 Uhr - 2,5 Zeitstunden

2,5 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Arbeitsrecht

Neues Thema: Arbeitsrechtliche Probleme im Zusammenhang mit Home Office

Referent(en): Olaf Möllenkamp, Richter und stellv. Direktor am Arbeitsgericht Lübeck

 

Das Homeoffice erfreut sich bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern ungebrochener Beliebtheit. Auch im Zuge des agilen Arbeitens erhalten ortsflexible Arbeitsmöglichkeiten einen immer größeren Stellenwert. Während der Gesetzgeber mit Regelungen zum Homeoffice insgesamt hinterher hinkt, werden betrieblich – teilweise unter Einbeziehung des Betriebsrats, teilweise ohne – individuelle Regelungen getroffen, die Arbeitnehmern das Arbeiten in den eigenen vier Wänden ermöglichen soll. Mit zunehmender Inanspruchnahme ergeben sich jedoch auch zunehmend Unsicherheiten und Streitfälle. Viele davon haben mittlerweile auch die Arbeitsgerichte erreicht, allerdings ohne dass sich eine einheitliche Linie abzeichnet.

  • Vereinbarung und Anspruch auf Homeoffice
  • Zuweisung von Homeoffice und Kündigung wegen verweigertem Homeoffice?
  • Arbeitszeit und Dokumentationsfragen
  • Kontrollrechte und -möglichkeiten, Zutrittsgewährung
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Steuerliche Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten
  • Sozialversicherungsrechtliche Fragestellungen
  • Weisungsrecht im Homeoffice und Fragen des Betriebsrisikos
  • Rechtssichere Beendigung des Homeoffice
  • Technische Ausstattung, Daten- und Geheimnisschutz
  • Kostentragung und Kostenerstattung
  • Versicherungsschutz und Haftungsfragen
  • Mitbestimmungsrechtliche Fragen

Teil 3: 17.10 bis 19.45 Uhr - 2,5 Zeitstunden

2,5 Stunden Fortbildung gem. § 15 FAO im Arbeitsrecht

Thema: Sachstand Beschäftigtendatenschutz nach der EU-DSGVO und BDSG-Reform

Referent(en): Olaf Möllenkamp, Richter und stellv. Direktor am Arbeitsgericht Lübeck

 

Die seit dem 25.05.2018 geltende EU-Datenschutzgrundverordnung zeigt zunehmend Wirkung im deutschen Arbeitsrecht. Trotz Bereichsausnahme für den deutschen Beschäftigtendatenschutz in § 26 BDSG zeigt die DSGVO umfassende Auswirkungen auf die Typik eines Arbeitsverhältnisses. Auffällig ist insbesondere die gewachsene Sensibilität der Arbeitnehmer für "ihren" neuen Datenschutz, verbunden mit einer intensiveren Geltendmachungspraxis vor dem Arbeitgericht und den Aufsichtsbehörden. Auch die Handhabungspraxis der Datenschutzaufsicht unter Verhängung teilweise erheblicher Bußgelder zeigt, dass der neue Datenschutz in der Unternehmenswirklichkeit angekommen ist. Der anhaltende und sich stetig verstärkende Trend der Digitalisierung wird weiterhin intensive Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Situationen eines Arbeitsverhältnisses (Bewerberdaten, Verhaltenskontrolle, Personaldatenverwaltung, Daten über Leistungskennzahlen, Mitbestimmungsaspekte u.v.a.m.) haben.

Im Einzelnen:

  • Die Struktur im Datenschutzrecht und ihre Auswirkungen auf das deutsche Arbeitsrecht
  • Beschäftigtendatenschutz nach EU-DSGVO und nach § 26 BDSG
  • Rechte der Arbeitnehmer: Hotspots Auskunfts- und Löschungsansprüche
  • Pflichten des Arbeitgebers im neuen Datenschutzrecht
  • Informationspflichten und Einwilligungsmöglichkeiten
  • Beweislastfragen, Verwertungsverbote, Haftungs- und Entschädigungsperspektiven
  • Aktuelle Auswirkungen auf betriebliche Standardsituationen: Videoüberwachung, Detektiveinsatz, Softwaresysteme u.v.m.
  • Datenschutzverstöße als Kündigungsgrund
  • Auswirkungen von Datenschutzwidrigkeit auf das Weisungsrecht und etwaigen Pflichtenverstöße von Arbeitnehmern
  • Rolle des Datenschutzbeauftragten nach neuem Recht
  • Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats und Auswirkungen auf Datensituationen im Arbeitsverhältnis
  • Aktuelle Rechtsprechung zum Datenschutz im Arbeitsverhältnis

 

"Tagesaktuelle" Entscheidungen werden selbstverständlich von den Referenten aufgenommen!

Zeitplan:

vormittags - 5 Stunden Unterricht

08.30 bis 11.00 Uhr Unterricht
11.00 bis 11.15 Uhr Pause mit Kaffee/Tee, Snacks und Obst
11.15 bis 13.45 Uhr Unterricht
13.45 bis 14.15 Uhr Mittagessen/Mittagspause

nachmittags - 5 Stunden Unterricht

14.15 bis 15.45 Uhr Unterricht
15.45 bis 16.00 Uhr Pause mit Kaffee/Tee, Kuchen
16.00 bis 17.00 Uhr Unterricht
17.00 bis 17.10 Uhr "Cola"-Pause
17.10 bis 18.40 Uhr Unterricht
18.40 bis 18.45 Uhr "Zigaretten"-Pause
18.45 bis 19.45 Uhr Unterricht

insgesamt 10 Stunden Unterricht

Die Teilnahmegebühren im Inland:

enthalten umfangreiche, aktuelle und gedruckte Tagungsunterlagen, Mittagsimbiss** sowie Tagungs- und Pausengetränke.

Zeitdauer    Standard    Ermäßigung* Ihr Preisvorteil 
10-Std. € 329,-    € 279,-  € 50,-
7,5-Std.     € 279,-    € 229,-   € 50,-
5-Std.     € 219,-    € 169,-   € 50,-

Alle Teilnahmegebühren für Fortbildungsseminare zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.

* Ermäßigung:
für Referendare
für Assessoren
(Examen nicht länger als 3 Jahre zurückliegend)
für Junganwälte (Zulassung nicht länger als 3 Jahre zurückliegend)
für Mehrbucher: ab dem 2. Seminar im Kalendarjahr, personengebunden, nicht Kanzlei bezogen

** Der Mittagimbiss ist nur bei den 7,5h- oder 10h-Tagesseminaren enthalten!

Hinweis:
Sie können die Fortbildungsveranstaltungen schriftlich bis 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn kostenlos stornieren.
Nach diesem Zeitpunkt ist auch bei Nichtteilnahme der volle Seminarpreis zu zahlen. Natürlich können Sie ohne Mehrkosten einen Ersatzteilnehmer benennen.


Zu unseren Fortbildungsseminaren gem. § 15 FAO im Ausland:

Gardasee im Herbst 3./4./5. Oktober 2019 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

Mallorca im Herbst 24./25./26. Oktober 2019 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, DVEV Testamentsvollstrecker-Lehrgang, Familienrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

Mallorca im Frühjahr 12./13./14. März 2020 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht, Verwaltungsrecht

NEU Mallorca im Mai 14./15./16. Mai 2020 (Do., Fr., Sa.)
FAO-Fortbildung im Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht (nur 14. und 15. Mai 2020 möglich), Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht (nur 16. Mai 2020 möglich), Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht, Verwaltungsrecht