Die Stadtführungen

Venedig für Anfänger: Rialtobrücke, Palazzi, Markusplatz etc.

Beim ersten Venedigbesuch - und auch später - steht man immer wieder staunend vor den jahrhundertealten Palästen und Gebäuden, die wie natürlich mitten aus dem Wasser ragen. Man fragt sich unwillkürlich, wie es möglich war, eine Stadt über einem Sumpf zu erbauen. Welche Bautechnik, welche Materialien und welche finanzielle Möglichkeiten standen den Menschen damals zur Verfügung?

Eine erste Orientierung führt uns zu den großen Schauplätzen venezianischer Geschichte: den Markusplatz und die Gegend um den Rialto Markt. Aber auch Stadtteile, die bis heute kaum etwas von ihrem ursprünglichen Flair verlohren haben, liegen auf unserer Route. Denn dort erfahren wir, was es heißt, jetzt in Venedig zu leben.

Wer einen Blick zurück in die beschwingte Zeit des Rokoko werfen möchte und wen Tradition und häuslicher Alltag des venezianischen Adels interessiert, dem kommt das kleine Museum im Mocenigo Palast gerade recht. Der Palast, der bis vor einigen Jahrzehnten noch von der adligen Familie Mocenigo bewohnt wurde, beherbergt Möbel, Kronleuchter, Gemälde, Stukaturen und eine kleine aber preziöse Sammlung an Kostümen des 18. Jahrhunderts.


Ensemble Markusplatz: Markusplatz, Markusdom, Dogenpalast

Im ehemaligen Zentrum der politischen und zivilen Macht Venedigs besuchen wir die Monumente, die den Markus-Platz berühmt machten: die Markuskirche, den Dogenpalast und das Gefängnis, durch die Seufzerbrücke miteinander verbunden.

Die "Goldene Basilika", so genannt wegen ihres goldenen Mosaiks, Synthese aus byzantinischer und westlicher Kunst, war als Staats- und Dogenkirche, Schauplatz glanzvoller Riten und Prozessionen. Direkt daneben erhebt sich der imposante Dogenpalastes, Regierungssitz, Residenz des Dogen, Justizpalast und Gefängnis zugleich. In den weitläufigen Sälen, die von venezianischen Renaissance-Meistern dekoriert wurden, werden wir die wichtigsten Zeitgeschehnisse der venezianischen Geschichte nacherleben, und etwas über die Motive erfahren, die den Mythos Venedigs begründeten.


Die Künstler der Renaissance und die venezianische Farbenlehre: Bellini, Tizian und Tintoretto

Die Künstler der Renaissance und die venezianische Farbenlehre: Bellini, Tizian und Tintoretto In diesem Rundgang hat man die Möglichkeit drei großen Künstlern des 16. Jahrhunderts zu begegnen. In der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari können wir Tizians "Assunta" und die Pesaro-Madonna betrachten, außerdem ein Triptychon von Giovanni Bellini mit einer "Sacra Conversazione", dem Pesaro-Altar. Eine Besonderheit: Alle Meisterwerke befinden sich noch heute an den ursprünglichen Stellen, für die sie vom Künstler erdacht wurden.

In der naheliegenden Scuola Grande di San Rocco, Sitz der gleichnamigen Bruderschaft, deren Mitglieder sich der Pflege von Pestkranken widmeten, werden wir mehr über die dramatische und visionäre Stimmung der Malerei von Tintoretto erfahren. Er hinterließ hier einen der bedeutendsten Gemäldenzyklen des Italienischen Manierismus.


Stadtteilführung: Dorsoduro

Dieser „Sestiere“ (einer von sechs Stadtteilen) im Südwesten der Stadt, besitzt fast einen Doppelcharakter; zwischen dem ehemaligen Zollamt (Dogana) bis einschließlich San Trovaso ist es ein elegantes Viertel, reich an Museen und Kunstgalerien; um San Barnaba beginnt die Universitätsgegend, quirlig und belebt, durchsetzt von kleinen Cafés, Bars und Lokalen.

Von dem breiten Campo Santa Margherita, Bühne venezianischer Lebensart, Treffpunkt von Studenten, Shoppern und Müssiggängern, machen wir uns auf den Weg zur Kirche San Nicolò dei Mendicoli. Einstmals war sie die Pfarrkirche der Seeleute und Fischer. Dort spürt man noch heute die volkstümliche Frömmigkeit einfacher Fischerfamilien.

Später begeben wir uns nach San Sebastiano, einer Kirche des 16. Jahrhunderts, dem Schutzheiligen gegen die Pest gewidmet. Sie wurde von Paolo Veronese mit Fresken und Gemälden in schrillen Farben dekoriert. Wir werfen einen kurzen Blick auf eine der letzten Gondel-Werften Venedigs und erreichen das Zattere-Ufer am Canale della Giudecca. Ein Ort, der die Venezianer vor allem an lauen Sommerabenden scharenweise anzieht. Wir beenden unseren Rundgang an der imposanten Salute-Kirche, von wo man einen der schönsten Blicke auf San Marco und die Lagune genießen kann.


Stadtteilführung: San Polo/Santa Croce

San Polo und Santa Croce Die zwei kleinsten „Sestieri“ liegen im Herzen der Stadt. Während dieses Spaziergangs erleben wir lauschige Plätze und versteckte Gassen, wo das venezianische Leben noch seinem natürlichen Rhythmus folgt, aber auch Orte, wie den Rialto Markt, voller Leben, quirlig und bunt.

Der Rundgang beginnt bei Rialto auf dem kleinen Platz vor der Kirche San Giacometto. Dort wurden früher wertvolle Geschmeide, Gewürze und andere Luxusprodukte aus dem Orient und aus Nordeuropa angepriesen. Rund um diesen Platz das internationale Finanzzentrum der mittelalterlichen Welt seine Heimat. Wir gehen durch den Obst- und Gemüse-Markt und den Fischmarkt, und spazieren bis zum Campo San Giacomo dell’Orio, wohin sich nur wenige Touristen verirren. Dort gönnen wir uns ruhig eine kleine Pause auf einer der vielen Parkbänke. Wir schlendern den szenographischen Rio Marin entlang und beenden unsere Führung vor der imposanten Frari-Kirche.


Stadtteilführung: San Polo mit Besuch Palazzo Barbarigo della Terrazza

Dieser Spaziergang verbindet die Stadtteilbesichtigung San Polo mit seinen lauschen Plätzen und Gassen mit einem Highlight der besonderen Art!

Im "Palazzo Barbarigo della Terrazza" befindet sich "Deutsche Studienzentrum in Venedig". Es wurde in Venedig wurde 1972 als Ort der Begegnung zwischen italienischer und deutscher Kultur und Wissenschaft eröffnet.

Sitz des Deutschen Studienzentrums sind zwei Stockwerke des Palazzo Barbarigo della Terrazza, der 1566-1570 durch Bernardin Contin erbaut wurde. Der ursprüngliche Eingang lag an der zum Rio di San Polo gewandten Fassade; den Blickfang des Palazzo stellt hingegen die 14 x 24 m große Terrasse über dem Canal Grande dar.

Im Innern sind einige schöne Räume aus dem späten Cinquecento erhalten, darunter der Salone, heute auch Vortragssaal des Studienzentrums, im Piano Nobile. Im selben Stockwerk befand sich die berühmte Kunstsammlung Barbarigo, die u.a. bedeutende Werke Tizians enthielt. 1850 wurde sie größtenteils nach Sankt Petersburg verkauft.

Frau Petra Schaefer M.A., die Assistentin der Direktion, wird Ihnen diesen wunderbaren Palast zeigen und Sie werden u.a. auf der berühmten Terrazza voller Erstaunen das Leben in Venedig in aller Pracht und Würde "einatmen"!


Stadtteilführung: Cannaregio, jüdische Ghetto und die Gärten

Das alte jüdische Ghetto, heute belebtes Viertel und ein internationales Kulturzentrum, befindet sich im Nordwesten der Stadt, dem Stadtteil Cannaregio. Bis heute konnte sich dieser Stadtteil seine typisch lokale Stimmung erhalten. In der Ruhe der langen ‚Fondamentas’ (begehbare Ufer an den venezianischen Kanäle), die ab und zu von kleinen Geschäften und Restaurants unterbrochen wird, liegt etwas Entspannendes.

Das noch authentische jüdische Ghetto bietet uns die Möglichkeit, die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Venedig und ihrer Beziehung zur Republik und der italienischen Regierung nachzugehen.

Nach der Besichtigung des Ghetto erreichen wir die spätgotische Kirche der Madonna dell’Orto, wo uns Tintoretto einige seiner Meisterwerke hinterlassen hat; Später wurde er hier auch beigesetzt.

In der Nähe der Abbazia (Abtei) genießen wir einen Blick über die nördliche Lagune, mit den Inseln Murano und San Michele. Kurz danach kehren wir in das Zentrum in der Gegend von Rialto zurück.


Auf den Spuren von Donna Leon

Überall in der Lagunenstadt findet man sie: die Spuren des wohl berühmtesten Commissarios von Venedig, Guido Brunetti. Wenn er seine Fälle löst, besucht er Opernhäuser, Kirchen und Palazzi, vor allem aber Bars, Restaurants und schöne Hotels.

Wer sich in der Lagunenstadt an die Fersen von Donna Leons Romanfigur heftet, erlebt die Serenissima wie ein echter Venezianer. Brunetti geht den Touristenströmen nämlich aus dem Weg – sofern das möglich ist.

Donna Leon und ihr Commissario sind Genussmenschen. Wer sich ihren kulinarischen Streifzügen anschließt, wird selten enttäuscht. Was bei „Da Remigio“ auf dem Teller landet, lag am selben Morgen auf dem Fischmarkt „La Pescheria“ in der Nähe der Rialto-Brücke. Von seiner Wohnung im Stadtteil San Polo kommt Brunetti täglich auf dem Weg zur Arbeit dort vorbei.

Am Canal Grande liegen rund um die Rialto-Brücke Dutzende Restaurants, die ihr Menu turistico anpreisen, das oft teuer und fad ist. Brunetti meidet sie und geht lieber in kleine Traditionslokale wie das „Antico Dolo“ oder das „Do Mori“ am Obst- und Gemüsemarkt. Dort gönnt sich der Commissario Un ombra, wie die Venezianer ein Gläschen zwischendurch nennen.

Zur Ombra gibt es in den Bars Cicchetti. „Das sind kleine Köstlichkeiten wie Brote mit frischem Gemüse oder Wurst, eingelegte Sardinen oder Fisch-Bällchen“, erklärt Gianni, der im winzigen und stets vollen „Do Mori“ hinter dem Tresen steht. Vom „Do Mori“ sind es nur ein paar Schritte zur Rialto-Brücke, unter der sich Touristen von singenden Gondolieri durch das Gewusel stinkender Motorboote über den Canal Grande Richtung Markusplatz rudern lassen.